Busi­ness-Auftritt in den sozialen Medien

Der größte Fehler, den ein Unter­neh­men begehen kann?

Ist die Business-Facebook-Seite ein Fehler?

Ein Statement von Fabs

Die meisten Firmen begehen diesen „Fehler“. Ja, und ich habe ihn mit meiner ersten Firma auch in schlummernder Unwissenheit begangen. Daher möchte ich dir deinen Lesealltag mit einem kleinen Exkurs in meine Erfahrungen und Beobachtungen zum Thema Social Media Präsenz von Unternehmen versüßen. Und dich vielleicht auch vor einem weit verbreiteten Denkfehler bewahren.

Facebook, Instagram & Co. – Pflichtfächer für Unternehmen

Facebook, Instagram & Co. sind ein Muss im Marketing. Aber warum eigentlich? Wenn ich mir Firmenseiten, denen ich folge, so ansehe, dann habe ich das Gefühl, dass man sich nur deshalb einen Kanal angelegt hat, weil alle anderen das auch machen.

Die Ausgangssituation

Häufig stelle ich Folgendes fest: Der letzte Facebook-Post ist ein unscharfes Handyfoto des Betriebsfests von vor zwei Jahren, darunter der misslungene Versuch, mit einem aus reinem Text bestehenden Zweizeiler den großen Werbecoup zu landen. Abgerundet wird dieses Bukett an Social-Media-Antipasti mit einer grobkörnigen Pastete, bestehend aus einer mit dem Handy selbst gebastelten, tendenziell unverständlichen Stellenanzeige, die dem potenziellen Bewerber so viel Sex-Appeal entgegenstrahlt wie das ungewaschene Toupet von Donald Trump.

Letztendlich ist es wohl einfach die Angst etwas zu verpassen, wenn man nicht dabei ist. Und wenn man dann sowieso schon dabei ist, dann doch gleich auch das ganze Paket. Instagram (hipper Shit), Twitter (wo das besagte Toupet mit von der Partie ist), Snapchat (finden das nicht die ganzen Kids gut?) und YouTube (jeder kann mit seinem Smartphone Videos machen!). Einfach pauschal überall registrieren und einen Social Media Auftritt initiieren, denn im Endeffekt ist es doch eh alles das Gleiche und kann mit den gleichen Inhalten parallel befüllt werden, oder etwa nicht?

Social Media - Herausforderung für Unternehmen

Ohne adäquate Strategie kann die Pflege des Unternehmensauftritts in den sozialen Medien schnell Kopfschmerzen verursachen.

Social Media ruined my business!

Ich finde, dass diese Herangehensweise nicht nur nutzlos und Zeitverschwendung ist, sondern in den meisten Fällen sogar absolut kontraproduktiv. Jeder, der sich für ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine neue Arbeitsstelle interessiert, wird in der Regel einen Social Media Kanal des Anbieters finden. Dass dieser verstörende Trümmerhaufen, den wir Social Media Auftritt nennen, dann oft der erste Eindruck ist, den unser Besucher findet, ignorieren wir geflissentlich. Doch der erste Eindruck ist oft nur schwer wieder zu korrigieren.

Was sind also die grundlegenden Gedanken, die wir uns machen sollten, bevor wir uns dazu entschließen, das eigene Business in den sozialen Medien öffentlich zu werden?

Erkenne dich selbst und wer macht was?

Kenne ich mich selbst genug aus und/oder habe ich das entsprechende Personal, um die Erstellung, den Aufbau und vor allem die Pflege eines Kanals zu gewährleisten?

Erstellung

Erstellung bedeutet in diesem Fall das Know-how, alle wichtigen Informationen an den richtigen Stellen zu platzieren. Logos und Grafiken müssen an den richtigen Positionen und in entsprechender Bildqualitäten eingepflegt werden, Unternehmensinformationen kurz und prägnant zusammengefasst und sämtliche rechtlichen Anforderungen (Impressum, Datenschutz etc.) eingehalten werden.

Aufbau und Pflege

Unter Aufbau und Pflege verstehen wir die regelmäßige Erstellung von Inhalten (in der Social Media Sprache „Content“ genannt), sowie das allgemeine Zeitbudget, auf Reaktionen, Kritik und Bewertungen einzugehen.

Die regelmäßige Erstellung von Inhalten kann dabei durchaus variabel von Zielsetzung und Plattform abhängen. Die wenigsten Interessenten werden ein neues Youtube-Video pro Tag erwarten (wenn es sich nicht gerade um den Youtube-Kanal eines reinen Youtube-Kanals handelt) während 1-2 Posts pro Tag (und auch deutlich mehr) auf Facebook durchaus zum guten Ton gehören.

Wie hoch die eigentliche Frequenz sein sollte, ist oft nur durch das ausgiebige Studieren von Statistiken (mehr dazu z.B. bei basicthinking) sowie das Experimentieren mit dem eigenen Auftritt und das Auswerten der eigenen Statistik festzustellen.

Contentqualität

Content, also die Inhalte, die wir veröffentlichen, sollten vor allem abwechslungsreich sein. Mal informativ, mal witzig, aber nie langweilig. Und vor allem: unser Social Media Auftritt sollte nicht zum Werbekanal verkommen! Die Mischung ist entscheidend, wenn der Kanal interessant sein soll und die User eine positive Bindung aufbauen sollen.

Das braucht Zeit. Und (Arbeits)-zeit ist Geld. Je nach Umfang kommen hier schnell ein bis zwei Arbeitsstunden am Tag zusammen. Steht in der Marketingpipeline auch das Thema Video an, wird dieser Aufwand noch einmal deutlich höher. In der Regel ist es dann auch sinnvoll, mit einem externen Dienstleister für die Videoproduktion zusammenzuarbeiten, um die Balance zwischen Arbeitsbelastung, Qualität und Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Auf welchen Kanälen finde ich meine Zielgruppe?

Dafür muss ich in erster Linie in Grundzügen verstehen, welche Kanäle wie funktionieren und wie Content gestaltet sein muss, um bei den Usern anzukommen.

Facebook

Facebook ist ein guter Allrounder, hat die meisten User, ist aber inzwischen auch irgendwie am unübersichtlichsten. Gleichzeitig ist die Generierung von organischer Reichweite (also ohne den Einsatz bezahlter Werbeanzeigen) inzwischen nicht mehr so einfach wie noch vor einiger Zeit.

Content kann als Text, Bild, Veranstaltung, Video oder Livevideo veröffentlicht werden. Vor allem im Bereich Video hat Facebook in den letzten Quartalen den Funktionsumfang deutlich aufgebohrt – hier bezieht Facebook wohl Stellung als Angriff auf Youtube.

Es gibt die Möglichkeit, Stellenanzeigen, Leistungen, Shops, Newsletter oder Produkte miteinzubinden, Umfragen zu erstellen und durch das Teilen und geteilt werden mehr Reichweite zu generieren.

Auch sogenannte Storys, also kurzfristige Meldungen können ein interessantes Tool sein. Natürlich lässt sich Reichweite über Werbeanzeigen kaufen.

Instagram

Instagram gehört zu Facebook und setzt schwerpunktmäßig auf das Medium Bild, also Fotos und kurze Videos, die mit Untertiteln und Hashtags ausgezeichnet werden. Das Posten von Storys und das Kaufen von Reichweite ist hier ebenfalls möglich.

Twitter

Twitter ist ein Kurznachrichtendienst und zur Verbreitung von News geeignet. Twitter kann sich durchaus als Sprachrohr eines Unternehmens eignen, vor allem für Branchen aus Medien, Technik und Wissenschaft.

Youtube

Für Videos ist YouTube die Plattform Nummer eins. Als Teil von Google hat sich YouTube inzwischen zur zweitgrößten Suchmaschine der Welt gemausert. Gut geplant kann man sich hier langfristig eine mächtige Informationsplattform aufbauen.

Außerdem sind Youtube-Videos inzwischen ein durchaus nicht zu verachtender Faktor in der SEO-Strategie eines Unternehmens (SEO = Search Engine Optimization, Suchmaschinenoptimierung).

Natürlich gibt es noch viele weitere, kleinere Plattformen. Hier muss individuell entschieden werden, ob die Betreuung und die dadurch generierte Reichweite in Relation stehen.

Social Media Zielsetzungen für Unternehmen

Welche Zielsetzung verfolgt dein Unternehmen?

Und was machen wir jetzt?

Um die im Titel gestellte Frage zu beantworten: die Antwort lautet Ja, Nein, Vielleicht.

Richtig gemacht sind die sozialen Medien ein extrem mächtiges Marketinginstrument. Nahezu kostenfrei in der Verwendung mit immens vielen Möglichkeiten.

Falsch gemacht sind sie schnell ein Zeitgrab, das die vermoderte Erde samt Skelettresten schnell auf den Interessenten verstreuen und einen unangenehmen Geruch hinterlassen kann.

Das wichtigste, das wir uns klar machen müssen, ist, dass Social Media Marketing nicht von heute auf morgen funktioniert. Kontinuität und ein organischer, gesunder Aufbau ist für den langfristigen Erfolg das A und O.

Natürlich muss man seine Social Media Betreuung nicht selbst in die Hand nehmen, sondern kann mit Profis ein Konzept ausarbeiten, um für ein abgestimmtes Budget das optimales Ergebnis zu erreichen. Die Zeitungsanzeige druckt man ja schließlich auch nicht selbst… Wie? Du lässt noch Zeitungsanzeigen drucken?

So far, euer Fabse

Bildnachweis:

Adobe Stock, #193932642, alphaspirit | Adobe Stock, #72407162, pfpgroup | Adobe Stock, #252440249, Roman Stetsyk

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Autor

Fabian Scherer

Fabian Scherer von Social Movies

#Planmacher #FrauKindHundHaus #TechnikKameraTon #Selbstständig #MagdasKänguru #Kryptoistcool #MagFotografieren

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4 Kommentare

  1. Avatar

    Ich denke, die meisten (vor allem kleineren) Unternehmen sind einfach mit den Möglichkeiten, die Facebook & Co. zur Verfügung stellen, überfordert. Da wird in einem Sturm an Startenergie alles erstmal beantragt, ohne dass man sich ernsthaft über Strategien oder Zielsetzungen Gedanken macht. Und dann kommt der Unternehmensalltag – und an ganz hinterletzter Stelle stehen plötzlich Aufgaben wie das Befüllen der Business-Page.

    Antworten
    • Fabian Scherer

      Hallo Robert!
      Ja, Überforderung ist auf jeden Fall ein Problem. Das größte Problem entsteht in der Regel dann, wenn Kritik und negative Bewertungen auflaufen, die dann unkommentiert die Seite schmücken.

      Antworten
  2. Avatar

    Schön geschrieben, vor allem Facebook ist ein Massengrab für schlechten Content – vor allem dann schlimm, wenn die Seite die eigene Website ersetzt…

    Richtig spannend wird’s dann in internationalen Konzernen mit aufgesplitteten Marketing/Kommunikationsabteilungen 🙂

    Antworten
    • Fabian Scherer

      Hallo Fabian,
      danke für die Blumen!
      Da braucht’s nicht unbedingt erst große Konzerne dafür…

      Antworten

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